Bei einer Zwillingsschwangerschaft ist eben alles anders..

– Die Geschichte meiner Kämpferinnen Teil 2 –

 

Genau 7 Tage nach der zweiten Feindiagnostik, in der ich erfuhr, dass meine Kinder aufgrund eines beginnenden FFTS wohl um einiges zu früh kommen würden, fing ich an Rückenschmerzen zu bekommen. Ich dachte mir nichts dabei. Ich meine, ich war mit Zwillingen schwanger und mein Bauch war schon relativ groß. Ich hielt die Schmerzen im Lendenwirbelbereich für völlig normal. Allerdings ging es mir schon am nächsten Tag schlechter.

Ich war mit meiner Oma und meiner ebenfalls schwangeren Schwester (ich war nur einen Monat weiter als sie) verabredet. Wir wollten ein Eis essen und nach Kissenbezügen für die Kinder gucken. Anschließend wollten wir zu ihr. Sie wollte mir beim Nähen der bereits zugeschnittenen Patchworkdecken für die Mädels helfen. Es sollte mein erstes Nähprojekt werden. Mehr dazu in einem späteren Beitrag 😜.

 

Bereits auf dem Weg zur Eisdiele merkte ich, dass mir das Laufen schwer fiel. Neben den Rückenschmerzen strengte es mich beim Atmen an.
Als meine Oma nach dem Eis dann fragte, ob wir noch nach Kissenbezügen schauen wollten, bat ich sie dies zu verschieben da ich das Laufen nicht mehr schaffen würde. Also fuhren wir direkt zu ihr. Erst jetzt bemerkte ich, dass sogar Autofahren unbequem wurde. Ich wusste einfach nicht wie ich sitzen sollte.
Bei ihr angekommen nähten wir die erste Decke. Anschließend musste ich mich erst einmal gemütlich hinsetzen, oder sagen wir besser halb hinlegen. Alles war unbequem und ich rutschte immer weiter runter in meinem Stuhl.
Als mir dann dummerweise der Deckel meiner Flasche runterfiel und ich es einfach nicht schaffte ihn aufzuheben, scherzte meint Schwester noch rum, ich solle mich mal nicht so haben. Ich sei nur schwanger und nicht krank. Und noch immer schob ich alles auf den großen Bauch. Nicht ein Gedanke, dass irgendetwas nicht stimmte. Ich dachte immer: „naja, bei einer Zwillingsschwangerschaft ist eben alles anders„.
Die nächsten Tage ruhte ich mich etwas aus. Ich machte einfach einmal doch etwas weniger. Freunde kamen zu mir und wir genossen die Sonne auf dem Balkon anstatt unterwegs.

 

11 Tage nach der zweiten Feindiagnostik strichen wir das Kinderzimmer und erneut merkte ich, dass die Schwangerschaft sich allmählich bemerkbar machte. Ich konnte mich immer schlechter bewegen. Selbst das Streichen der Ecken auf dem Boden, im Sitzen, fiel mir schwer.
Zwei Tage später bauten wir das Kinderzimmer auf. Half ich am Anfang noch voller Tatendrang mit, ging es mir mit der Zeit immer schlechter. Ein kleines Brett anzuheben kam mir vor als würde ich den ganzen Schrank anheben. Es schnürte mir die Luft ab und der Rücken schmerzte. Allerdings kamen jetzt auch noch Schmerzen im Bauch dazu. Es fühlte sich an wie Magenschmerzen, ich schob es auf die späte Uhrzeit und darauf, dass ich wenig gegessen hatte und machte mir erneut keine Sorgen. Ganz im Gegenteil zu meinem Mann. Auch wenn er es nie zugegeben hätte, aber er kannte mich nicht so und er wusste, dass irgendetwas nicht stimmte. Also verdonnerte er mich dazu im Stuhl zu sitzen und dabei zuzusehen, wie er den Kleiderschrank für die Mädchen alleine zusammenbaute. Nicht einmal den Schraubenzieher durfte ich halten.

Von nun an wurde es immer schlimmer. Ich verbrachte immer mehr Zeit damit mich abends im Bett herumzudrehen und nicht zu wissen, wie ich liegen soll. Ich fand kaum noch Schlaf. Ich fing an immer häufiger im Wohnzimmer auf dem Boden zu schlafen, den ganzen Tag auf dem Boden zu verbringen. Auf weichem Untergrund konnte ich kaum noch sitzen oder liegen. Ich polsterte mich mit Kissen aus, aber egal was ich tat, mein Rücken tat immer mehr weh.

 

18 Tage nach der zweiten Feindiagnostik feierten wir im Garten den Geburtstag meiner Schwiegermutter. Ich hatte wieder starke Schmerzen im Rücken. Ich wusste weder wie ich sitzen noch wie ich stehen sollte. Jede Bewegung tat weh, Appetit hatte ich kaum.
Am Abend schrieb ich meiner Hebamme was ich noch tun könnte. Weil ich keine Schmerzen mehr im Bauch hatte, empfahl sie mir Magnesium und ich sollte mir von meinem Gynäkologen einen Bauchgurt verschreiben lassen. Weiterhin schoben wir die Schmerzen auf den großen Bauch.
Da ich in vier Tagen eh einen Gynäkologen-Termin hatte, beließ ich es dabei und wollte mir dann einen solchen Gurt verschreiben lassen.

 

19 Tage nach der zweiten Feindiagnostik ging es mir akut schlechter. Mein Mann musste ausnahmsweise Arbeiten, es war ein Sonntag, und ich schaute alleine ein Albaspiel (ja, ich bin Basketballfan) im Fernsehen. Währenddessen schrieb ich immer wieder mit meiner Cousine (auch Albafan). Ich schrieb ihr wie es mir ging, dass die Schmerzen immer schlimmer wurden. Dass mir schon die ganze Zeit übel war und ich es nicht einmal schaffe in die Küche zu laufen um mir etwas zu Essen zu machen. Ich weiß, sie fragte mich noch, ob ich auch Schmerzen im Bauch hatte. Weiterhin konnte ich dies verneinen und so schoben wir es beide auf den großen Bauch.

Als mein Mann am späten Abend nach Hause kam, hatte er mir eine Dose Erasco Hühnernudeltopf von der Tankstelle mitgebracht. Das aß ich immer gern, wenn es mir nicht gut ging. Aber auch diesen konnte ich nicht richtig runter kriegen. Ich aß nur ein paar Löffel, hauptsächlich um meinen Mann zufrieden zu stellen.

Es ging mir nicht gut. Ich wollte diesmal gar nicht erst versuchen ins Bett zu gehen und bat  meinen Mann direkt mit mir im Wohnzimmer zu schlafen. Ich legte mich wieder auf den Boden, stütze meinen Bauch mit einem Kissen und versuchte zu schlafen.
Doch die nächste Nacht und die kommenden Tage sollten mein Leben auf den Kopf stellen und für immer verändern..

 

 

Jaaaa, ich weiß, wieder ein Cliffhanger. Aber wenn ihr wissen wollt, wie es weiter geht, wieder etwas gedulden und dann den nächsten Beitrag lesen 🙂

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7 Gedanken zu „Bei einer Zwillingsschwangerschaft ist eben alles anders..

  1. Maaaaan.
    Immer dieses „Fortsetzung folgt….“

    Und ich kann mich auch noch an unsere Nachrichten erinnern. Ich weiß auch noch, dass ich gefragt hatte „aber Wehen hast du keine?“.

    Eigentlich hätte ich bei meiner Schwangerschaft draus lernen müssen. Ich hab die Schmerzen ja auch auf den großen Bauch und hohen Sitz geschoben.

    Bei der nächsten wissen wir es besser

  2. Es macht unheimlich Spaß dein Geschriebenes zu lesen und zu verfolgen.
    Sehr spannend, und aufregend.
    Wirklich faszinierend wie du all deine Emotionen, Erfahrungen und dein Erlebtes in Worte fasst und es mit uns teilst.
    Lese deine texte echt gern und bin schon gespannt wie es weiter geht
    Du solltest nebenberuflich Schneiderin und Autorin werden
    Lg

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