Und plötzlich brach der Boden unter meinen Füßen..

– Die Geschichte meiner Kämpferinnen Teil1 –

Die Nachricht.. schwanger! Glück, unendliche Freude.
Wie die meisten Frauen, zumindest denke ich das, war ich unfassbar glücklich als mir vom Gynäkologen bestätigt wurde, dass ich schwanger war. Ich freut mich auch weiterhin als ich dann direkt erfuhr, dass mir gleich doppeltes Glück geschenkt wurde.
Ich war nicht geschockt, ich hatte keine Angst. Ich war einfach nur glücklich.
Ich bin Kinderkrankenschwester, ich wusste, dass eine eineiige Zwillingsschwangerschaft nicht immer unkompliziert ist und doch hatte ich keinerlei Sorgen. Ich wollte meine Schwangerschaft „die kompletten 38 Wochen“  in vollen Zügen genießen, weiter arbeiten.

 

Ich war immer positiv.

Die Mädels gaben mir auch lange Zeit keinerlei Grund dies zu ändern. Die Vorsorgeuntersuchungen liefen einwandfrei, sie entwickelten sich beide prima.
Lediglich mit dem Arbeiten musste ich eher aufhören als ich wollte. Jedoch nicht wegen bzw. für die Mädels, sondern für mich. Die Schwangerschaft kostete mich doch einiges an Kräften. Ich war ständig müde und dadurch unkonzentriert. Ich konnte kaum noch mit meinen Kollegen schritthalten. Und so gefährdete ich nicht nur das Wohl meiner kleinen Patienten, sondern war meinen Kollegen keine Hilfe mehr. Und ganz ehrlich, eine schwangere Kinderkrankenschwester darf auf Station kaum noch etwas außer zusehen und aufschreiben. Also schickte mich mein Gynäkologe in das vollständige Beschäftigungsverbot.
Ab da ging alles wieder prima. Ich könnte mich ausschlafen wann ich wollte und fühlte mich gut. Bis auf die anhaltende Übelkeit hatte ich keinerlei Schwangerschaftskomplikationen.

 

Die erste Feindiagnostik ließ mein Herz höher schlagen. Alles perfekt. Nichts auszusetzen und mit Sicherheit zwei Mädchen. Das war gut, denn wir fanden einfach keinen zweiten Jungsnamen 😄.
So ging es weiter. Alle waren zufrieden. Bis zur zweiten Feindiagnostik..
Ich erinnere mich als wäre es erst gestern gewesen.
Es war so schönes Wetter, die Sonne schien und ich fühlte mich einfach gut. Noch auf dem Weg zum Termin, im Wartezimmer und sogar zu Beginn im Behandlungsraum war ich sehr positiv eingestellt. Ich dachte nicht einmal annähernd an schlechte Nachrichten.
Und dann sah ich den Gesichtsausdruck des Arztes. Den, den ich mittlerweile von unseren Ärzten sehr gut kannte. Etwas stimmte nicht.
Diese Aussage „ich muss da nochmal was genauer gucken“..

Ich hielt die Hand meines Mannes ganz fest. Zum ersten Mal in meiner Schwangerschaft hatte ich Angst. Große Angst!
Er sagte nicht viel, nur, dass es den Kindern gut gehe, allerdings ein Kind grenzwertig zu viel und das andere grenzwertig zu wenig Fruchtwasser hatte. Ich wusste was das bedeutet. Ein beginnendes FFTS (Fetofetales Transfusionssyndrom). Ich solle in 4 Wochen erneut zu einer Kontrolle kommen. Machen könne man aber nichts mehr. Ich solle mich darauf einstellen, dass die beiden wohl ETWAS eher kommen würden.
Und plötzlich brach der Boden unter meinen Füßen..
Ich konnte nichts mehr sagen oder fragen. Ich war geschockt. Auch wenn ich mich auf früher eingestellt habe, ich wusste, dass sein ETWAS höchstwahrscheinlich untertrieben war.
Mein Mann wollte gerne etwas mit mir essen gehen, da ich durch die Übelkeit eh immer wenig gegessen habe. Den ganzen Fußweg dahin sagte ich kein Wort, ich hatte keinen Appetit und die Essensauswahl fiel mir schwer. Mir war nicht nach reden und nicht nach essen. Meine Gedanken waren nur bei den Kindern.

Als das Essen dann vor mir stand brach ich das erste Mal in meiner Schwangerschaft in Tränen aus.

Zum ersten Mal hatte ich dieses Gefühl.. Ich hatte Angst, Angst um meine Kinder!

Ich habe schon einige Frühchen gesehen und auch betreut, ich wollte nicht, dass meine Kinder das durchmachen müssen. Nicht meinetwegen, ihretwegen!
Am nächsten Tag ging ich direkt zu meinem Gynäkologen und wir besprachen alles. Er sagte das FFTS sei noch nicht sehr ausgeprägt. Ich solle mir keine Sorgen machen. Gleichzeitig machte er mir einen Termin bei einem Spezialisten in vier Wochen.
Das ganze beruhigte mich wieder etwas, denn ich vertraute/vertraue meinem Gynäkologen wirklich sehr.
Also versuchte ich ganz normal weiter zu machen und wir fingen an alles für unsere Mädchen vorzubereiten…

 

Um zu erfahren wie es weiter ging „müsst“ ihr noch etwas warten und euch dann den nächsten Beitrag durchlesen 😉

Beste Grüße

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2 Gedanken zu „Und plötzlich brach der Boden unter meinen Füßen..

  1. Na toll, ein cliffhanger.

    Auch wenn ich weiß wie es weiter ging, ist es spannend zu lesen. Auch wenn ich etwas Bammel vor dem nächsten Teil habe. Bestimmt kommen auch bei mir Emotionen beim lesen hoch.

    Der 1. Teil ist schon mal super geschrieben.
    Ich konnte mir alles bildlich vorstellen.
    Gerade weil ich eure Gesichtsausdrücke kenne.

    Ich warte dann mal geduldig…..

    1. Ehrlich gesagt fällt mir auch der nächste Teil bedeutend schwerer. Damals war ich stark, aber jetzt.. Ist und bleibt eben doch sehr emotional.
      Aber danke für das Lob 🙂

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